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Erdogans Elektro-Coup: Dieses Auto hat einen großen Vorteil

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Probefahren im Togg: Präsident Erdogan bei der Vorstellung des Prototypen im Dezember 2019.
Probefahren im Togg: Präsident Erdogan bei der Vorstellung des Prototypen im Dezember 2019.

Serhat Cagdas, Anadolu Agency via Getty Images

  • Neuigkeiten von Togg, Erdogans Lieblingsautobauer aus der Türkei. Das Unternehmen treibt seine Pläne trotz Corona voran.
  • Wie Togg mitteilte, sollen die ersten Autos schon Ende 2022 erhältlich sein. Auch in Deutschland.
  • Dann dürfte das E-Auto einen entscheidenden Preisvorteil gegenüber deutschen Konkurrenten haben. Grund dafür ist die schwache Lira, die türkische Exporte deutlich billiger macht.

Es war ein Coup der besonderen Art, den der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan da am 27. Dezember 2019 für seine Landsleute verkündete. Ein türkisches E-Auto, entwickelt vom türkischen Joint Venture Togg und das auf türkischem Boden. „Heute erleben wir einen historischen Tag für unser Land“, frohlockte Erdogan. „Wir erleben, wie ein 60 Jahre alter Traum wahr wird.“

Erdogan spielte auf den bis dahin letzten türkischen Versuch an, ein eigenes Auto herzustellen. „Devrim“ hieß die Marke. Sie entpuppte sich als Flop. Diesmal, versprach Erdogan, sollte alles besser werden. Und zwar schnell. Schon 2022 sollte das E-Auto in Produktion gehen. Ein ehrgeiziger Plan.

Siebeneinhalb Monate sind seit Erdogans Ankündigung vergangen. In der Zwischenzeit ist viel passiert. Die Corona-Krise hat die türkische Gesellschaft und Wirtschaft gebeutelt. Der weltgrößte Autobauer Volkswagen hat seinen Plan, in der Türkei ein neues Werk zu bauen, eingestampft. Und was wurde aus Togg?

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Erdogans ganzer Stolz: der Togg-Prototyp.
Erdogans ganzer Stolz: der Togg-Prototyp.

Mustafa Kamac, Anadolu Agency via Getty Images

Erdogans Vorzeige-E-Auto soll schon 2022 erhältlich sein

Togg, so die Botschaft des Firmenchefs Mehmet Karakas bei einer Online-Pressekonferenz vor wenigen Tagen, geht es gut. So gut, dass zurzeit rund 180 Ingenieure am Projekt beschäftigt sind, ja bis zum Ende des Jahres 95 weitere Mitarbeiter dazukommen sollen, wie die türkische Zeitung „Hürriyet“ berichtet. Und wenn die Fabrik zur Serienproduktion übergeht, dann sollen gar mehr als 4.000 Menschen für Togg arbeiten. Geplant sind neben dem im Dezember vorgestellten SUV vier weitere Modelle. Bis 2030 sollen bis zu einer Million Togg-Modelle vom Band laufen.

Sorgen um weltweite Lieferketten hat der türkische Autobauer zwar auch. Doch die sind offenbar nicht so groß wie die bei der ausländischen Konkurrenz. Nach Unternehmensangaben stammen immerhin 78 Prozent der Zulieferfirmen aus der Türkei. Das ermögliche es Togg, entsprechend „frei und unabhängig“ zu produzieren.

Das bringt Togg aber noch einen weiteren entscheidenden Vorteil. Denn je mehr Teile in der Türkei produziert werden, desto günstiger dürften die Autos des Unternehmens ausfallen. Der Grund? Die schwache Lira im Vergleich zum US-Dollar, aber auch zum Euro.

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Türkisches E-Auto könnte 22.000 Euro aufwärts kosten

Was türkischen Verbrauchern das Leben schwer macht, ist für heimische türkische Produkte ein Vorteil. Auch dann, wenn die Produkte wie der Togg ohnehin zu großen Teilen für das Ausland bestimmt sind.

Beispiel Deutschland, wo das erste Togg-Modell mit Verkaufsstart 2022 erhältlich sein soll. Der türkische Wagen dürfte dann unter anderem in Konkurrenz zu deutschen E-Autos stehen, die zu größeren Teilen auf deutschem Boden produziert werden, also in einer deutlich härteren sowie höher bewerteten Währung wirtschaften müssen. Das treibt den Preis deutscher E-Autos in die Höhe.

Apropos Preis. In türkischen Medien wird über einen Grundpreis von 22.000 Euro aufwärts spekuliert. Karakas dagegen teilte lediglich mit, dass die Fahrzeuge seines Unternehmens „definitiv einen wettbewerbsfähigen Preis anbieten können“.

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Wie teuer der Togg am Ende ist, dürfte dabei wesentlich von der Batterie abhängen. Auch dazu hatte Karakas Neuigkeiten. „Wir haben das Design unserer High-Tech-Batterie finalisiert“, sagte er. „Sie wird eine Reichweite von über 300 bis zu 500 Kilometern mit verschiedenen Paketen bieten.“ Erdogan dürfte gespannt sein.

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